Die Conti hatte bereits angekündigt, dass die Reederei Offen 29 Massengutfrachter übernehmen will. Die zu dem Firmengeflecht der Reederei Offen gehörende CPO Erste Beteiligungsgesellschaft mbH hat daher alle Gesellschaftsanteile an der Conti Holding GmbH & Co. KG übernommen um über deren Beteiligung an der Conti Reederei Management GmbH & Co. KG eine mittelbare Beteiligung an den Fondsgesellschaften zu erhalten. Auch durch die Übernahme der Anteilsmehrheit an der Bremer Bereederungsgesellschaft erlangte die Reederei Offen eine Beteiligung an den Fondsgesellschaften und damit an den Schiffen.
Die Gesellschafter der einzelnen Fondsgesellschaften werden nun – soweit nicht bereits Ende 2016 ein Verkaufsbeschluss eingeholt worden war – dazu aufgefordert einem Verkauf des jeweiligen Schiffes zuzustimmen.

In Fällen, in welchen bereits der Verkaufsbeschluss gefasst worden war, wird den Gesellschaftern von der Conti mitgeteilt, dass das jeweilige Schiff einen Wert habe, welcher unterhalb des aktuellen Darlehens liege, die Bank aber bei Verkauf des Schiffes bereit sei auf das Restdarlehen zu verzichten und so die Insolvenz vermieden werden könne.

Dieses Vorgehen wirft doch erhebliche Fragen auf, wenn man bedenkt, dass der Verkauf der Schiffe an die Reederei Offen erfolgen soll, welche die Conti übernommen hat und nunmehr also selbst mit der Geschäftsführung bestellte Gesellschafterin der jeweiligen Fondsgesellschaft ist.
Der Verkauf der Schiffe bringt den Gesellschaftern (abgesehen von der Conti) auch keinen Vorteil, da das eingezahlte Kapital im Falle des Verkaufs genauso wie im Falle der Insolvenz weg ist. Im Falle der Insolvenz könnten allenfalls die nicht durch Gewinne gedeckten Ausschüttungen zurückgefordert werden. Da jedoch nur in sehr geringem Umfang überhaupt Ausschüttungen bisher erfolgten, ist dieser Aspekt wohl eher von untergeordneter Bedeutung.